Sendling

Sendling – umfangreich, vielfältig und mehrere Sendlings

Sendling I

Bodenfunde auf dem Gebiet Sendlings zeugen von einer rund 4.000 Jahre alten Siedlungsgeschichte diese Raumes. Laut mündlichen Überlieferungen soll sich im 6. Jhdt. n. Chr. ein germanischer Clan hier angesiedelt haben, angeführt von einem gewissen „Sentilo“, daher der Name. Kirchliche Aufzeichnungen aus dem 8. Jhdt. schreiben von der Ansiedlung „Sentilingha“. Pest und Ungarn kamen und gingen, Sendling blieb bestehen. Im 14. Jhdt. führte das Sendlinger Tor nach Südwesten aus den Mauern der Stadt München hinaus nach Sendling. Traurige Berühmtheit erlangte die Sendlinger Mordweihnacht 1705, als hier die Aufständischen gegen die Fremdherrschaft der Österreicher, nach Verrat, vernichtend niedergemetzelt wurden. Sagenhafter Held des Bauernaufstandes war der Schmied von Kochel. An ihn erinnert heute noch das Denkmal am Alten Sendlinger Kircherl, das am alten Dorfkern, der Kreuzung Lindwurmstraße, Pfeuferstraße und Plinganserstraße steht. Ihm gegenüber übrigens liegt der Stemmerhof, dessen Wurzeln zurück ins 13. Jhdt. reichen, bis 1992 bewirtschaftet, wird er heute belebt von alternativem Kleingewerbe, Kleinkunst, Kleinoutlet und Biohandel.

Sendling II

Im 19. Jhdt. erfolgte aufgrund der guten Erschließung mit der Eisenbahn eine rasche Industrialisierung Sendlings. Ein fetter Happen für München, die Eingemeindung erfolgte 1877. Bereits zuvor hatten sich die Industriebetriebe im Viertel und entlang der Wolfratshauser Straße ausgebreitet. Maschinenbau (Krauss, später in Krauss-Maffei aufgegangen), Siemens, diverse Tabakfabriken, Motorenbau, Feinmechanik und viele andere Sparten hatten hier ihren Sitz. 1912 entstand relativ zentrumsnah die Großmarkthalle. Im Umfeld der Fabriken bildeten sich Arbeiterwohnquartiere heraus. Später entstanden die Bauten entsprechender Wohnbaugenossenschaften. Von diesem Wachstum verschlungen wurde z.B. das Dorf Neuhofen, von dem heute nur mehr der Name existiert sowie die gleichnamigen Anlagen an der Plinganser Straße, an der Zufahrt zum Brudermühltunnel. Gerne nutzen die Kinder im Winter den Neuhofener Berg zum Schlittenfahren, nicht wissend, dass sie auf einem künstlichen Berg zu Tal rutschen, der alleine aus dem Schutt der Bombenruinen des 2. Weltkrieges besteht.

Sendling III

Sendling wird im Osten begrenzt von der Isar, im Norden und Nordosten von den Geleisen der Eisenbahnverbindung zwischen Haupt- und Ostbahnhof, im Nordwesten vom Westend, im Westen von Laim, Hadern und Forstenried, um im Süden auf die Grenze zu Solln zu treffen. Ab Neuhofen und Brudermühlstraße reicht das Sendlinger Territorium nicht mehr bis zur Isar hinab, sondern zieht sich auf´s Hochufer zurück, entlang der Plinganserstraße, die ab der Kreuzung Boschetsriederstraße in die Wolfratshauser Straße übergeht. Häufig und heftig umstritten ist immer wieder die Frage, wo denn nun die Grenze zwischen Sendling (hier Obersendling) und Solln verläuft. Es ist eigentlich ganz einfach: die Siemensallee und in deren Verlängerung die Lochhamer Straße bilden die Grenze, südlich liegt Solln.

Untersendling, Mittersendling, Obersendling

Wie zuvor schon angedeutet, bildet Sendling Unterviertel, die recht unterschiedlich sind bezüglich ihrer jeweilig überwiegenden Bebauung. Im Nordosten liegt Sendling, zwischen Isar und den Geleisen der Bahnverbindung München-Kochel, auf der auch die S7 verkehrt. Westlich davon schließt sich Untersendling an und reicht im Norden bis zum Westend und im Westen bis nach Laim und im Süden bis zur Treffauerstraße und Ehrwalder Straße. Im Süden endet Sendling an der Brudermühlstraße. Dann verläuft die Grenze westwärts bis zur Plinganserstraße, in nördlicher Richtung bis zum Harras, an der Nordseite der Albert-Roßhaupter-Straße entlang, bis sie an den Gleisen wieder die Westgrenze erreicht. Zwischen Albert-Roßhaupter-Straße und Zielstattstraße, zwischen Plinganserstraße und Fürstenrieder Straße erstreckt sich Mittersendling. Obersendling wird eingegrenzt durch Zielstattstraße im Norden und Siemensallee im Süden, Plinganserstraße und Wolfratshauser Straße im Osten und die Drygalski-Allee im Westen.

Sendling und Immobilien

Verkehrsmäßig sind alle Teile Sendlings gut durch U- und S-Bahn sowie Stadtbusse erschlossen und auch der Individualverkehr kann über die Anbindungen nicht klagen, insgesamt muss die Verkehrserschließung als bestens bezeichnet werden. Sendling ist eher geprägt von einfacheren Wohnungen. Die Gebäude gehen teilweise bis ins 19. Jhdt. zurück. Ersatzbebauungen waren weniger die Folge von Abriss, als die der Bombenschäden und -zerstörungen des 2. Weltkrieges. Ist das Preisniveau der Immobilien hier auch eher günstig, darf man sich nicht täuschen lassen, gibt es doch immer wieder Einzelobjekte, die ihren sehr hohen Preis rechtfertigen. Dies trifft auch für das östliche Untersendling zu. Der westliche Teil erreicht durchaus gehobene Bereiche, wo es die Mikrolage rechtfertigt.

Mittersendling und Immobilien

Mittersendling zeigt, was Immobilien und ihre Wertigkeit betrifft, ein ähnliches Bild wie Sendling, nur ein wenig hochwertiger im Durchschnitt.

Obersendling und Immobilien

Wirklich hochwertig wird es in den Einfamilienhausbereichen Obersendlings. Im übrigen ist gerade Obersendling stark vom Umbruch betroffen. Einzelne Gewerbebereiche wurden bereist umgewidmet und mit gehobeneren Wohnungen und Hauseinheiten bebaut. Siemens ist im Vergleich zu früher nur noch rudimentär vorhanden. Teilweise sind bereits neue Bürogebäude entstanden, teilweise sind einige Bereiche schon mit Wohnungen bebaut, das Gros befindet sich aber gerade in der Entstehung, das Preisniveau ist gehoben, bis sehr gehoben. Auch der Trend, Verwaltungsgebäude von Firmen in Low-Budget-Hotels umzuwandeln, lässt sich hier vor Ort verfolgen.

Gerschlauer-Immobilien, Ihr Spezialist für Sendling.